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Das hündische Herz

Das hündische Herz vereint faustische Motive mit Frankensteins Monster, parodiert die Neumensch-Ideen und persifliert den Fortschrittsglauben. Die Erzählung ist dramatisch, urkomisch und gruselig zugleich. Die detaillierten und durch starke Ornamentik geprägten Collagen von Christian Gralingen tragen Züge technischer Konstruktionszeichnungen und erinnern an russische Avantgardisten der frühen 20er Jahre. In Kombination mit der grandiosen Neuübersetzung von Alexander Nitzberg ist ein eindrucksvolles Sprach- und Bildkunstwerk entstanden.

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Ach, diese Lücke . . .

Endlich ein neuer Meyerhoff! Hochkomisch und voller Sprachwitz wie seine Vorgänger. Diesmal findet sich der Erzähler unverhofft auf der Schauspielschule in München wieder. Unklar bleibt, ob seine Oma da die Hände im Spiel hatte. Bei ihr, einer schillernden Diva, und seinem Großvater, emeritierter Professor der Philosophie, zieht er ein: in eine großbürgerliche Villa in Nymphenburg. Ihre Tage sind durch abenteuerliche Rituale strukturiert, bei denen Alkohol eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Und unter ihrem Einfluss wird der Erzähler zum Wanderer zwischen den Welten: Tagsüber an der Schauspielschule systematisch in seine Einzelteile zerlegt, ertränkt er abends seine Verwirrung auf dem opulenten Sofa in Rotwein. Aus dem Kontrast zwischen großelterlichem Irrsinn und ausbildungsbedingtem Ich-Zerfall entstehen die ihn völlig überfordernden Ereignisse. Amüsante Lektüre, die auch nachdenklich stimmt.icher Umbrüche voller Weisheit, Humor und Leidenschaft und ein literarischer Fund, der seinesgleichen sucht, erzählt mit leuchtender Präzision.

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Kleider machen Leute

Diese köstliche und tiefsinnige Geschichte von einem armen Schneider, der aufgrund seines gepflegten Äußeren für einen Grafen gehalten wird, erscheint erstmals als Graphic Novel und verlegt Wenzel Strapinskis Abenteuer in die moderne Großstadt. Der Schneider Wenzel Strapinski kleidet sich trotz Armut gut und wird aufgrund eines Missverständnisses für einen reichen polnischen Grafen gehalten. In nahezu lächerlicher Weise übertrumpfen sich die Stadtbewohner gegenseitig mit Aufwartungen und Geschenken. Strapinski fürchtet, aufzufliegen und will eigentlich fliehen – bis er Nettchen trifft, seine große Liebe … Der sprichwörtlich gewordene Titel Kleider machen Leute nimmt die Oberflächlichkeit und Unterwürfigkeit den Reichen und Schönen gegenüber humorvoll aufs Korn. Martin Krusche bläst den Schullektüre-Staub von der Verwechslungskomödie und verwandelt Strapinski in einen Dandy von heute.

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